Welcher Rohstoff-ETF eignet sich für einen Sparplan?

Kurz & direkt: Für einen Rohstoff-ETF-Sparplan eignen sich vor allem breit diversifizierte Rohstoff-Index-ETFs wie der Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF (TER: 0,19 % p. a.) oder der iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF (TER: 0,20 % p. a.). Beide bilden einen breiten Rohstoffkorb ab — Energie, Metalle, Agrar — und sind bei den meisten deutschen Neobroker-Plattformen sparplanfähig. Wer gezielt auf Edelmetalle setzen möchte, ergänzt mit einem Gold-ETC wie dem Xetra-Gold. Wichtig: Rohstoff-ETFs auf Futures-Basis unterliegen dem sogenannten Rollverlust (Kosten, die entstehen, wenn auslaufende Futures-Kontrakte durch neue ersetzt werden), der die Rendite über lange Zeiträume spürbar drücken kann. Physisch hinterlegte Edelmetall-ETCs sind davon ausgenommen. Alle Angaben stehen auf dem Stand von Mai 2026.

Was ist ein Rohstoff-ETF und wie funktioniert er im Sparplan?

Ein Rohstoff-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Rohstoffindex oder einzelner Rohstoffe nachbildet. Im Unterschied zu Aktien-ETFs investierst du dabei nicht in Unternehmensanteile, sondern — direkt oder über Derivate — in Waren wie Öl, Gold, Kupfer oder Weizen. Im Sparplan kaufst du regelmäßig, etwa monatlich, ETF-Anteile zu einem festen Betrag. Durch den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) erwirbst du bei hohen Kursen weniger Anteile, bei niedrigen Kursen mehr — das glättet den Einstiegspreis über Zeit.

In der Praxis zeigt sich, dass die meisten Rohstoff-ETFs auf Futures basieren, also auf Terminkontrakten. Das hat Folgen: Wenn der Markt in einer sogenannten Contango-Situation ist (Futures teurer als der aktuelle Spotpreis), entstehen beim regelmäßigen Rollen der Kontrakte Verluste. Laut Bloomberg-Daten (Stand: Mai 2026) kostete der Rolleffekt breite Rohstoffindizes in rollintensiven Phasen zwischen 2 und 5 Prozent Rendite pro Jahr. Das ist kein Grund, Rohstoff-ETFs zu meiden — aber ein Grund, diesen Faktor beim Sparplan einzukalkulieren.

Physisch hinterlegte ETCs auf Gold oder Silber sind vom Rollproblem ausgenommen, weil das Metall tatsächlich eingelagert wird. Sie eignen sich deshalb besonders gut als langfristige Sparplan-Komponente.

Die besten Rohstoff-ETFs für den Sparplan 2026 im Vergleich

Welcher ETF am besten zu deinem Sparplan passt, hängt von drei Faktoren ab: Diversifikation, Kosten und Sparplanverfügbarkeit beim Broker. Die folgende Tabelle zeigt die relevantesten Kandidaten (Stand: Mai 2026).

ETF / ETC Index / Fokus TER p. a. Replikation Sparplanfähig (Auswahl)
Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF Bloomberg Commodity Index (breit) 0,19 % Swap-basiert Trade Republic, Scalable, DKB
iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF Bloomberg Commodity ex-Agriculture & Livestock 0,20 % Swap-basiert Scalable, Comdirect, ING
L&G Longer Dated All Commodities UCITS ETF Bloomberg All Commodity 3 Month Forward 0,30 % Swap-basiert Flatex, Scalable
Xetra-Gold ETC Gold (physisch hinterlegt) 0,36 % Physisch Trade Republic, Flatex, ING
WisdomTree Physical Silver ETC Silber (physisch hinterlegt) 0,49 % Physisch Scalable, Flatex

Der Invesco Bloomberg Commodity ETF gilt am Markt als Standardwahl für breite Rohstoff-Sparpläne. Mit einer TER von nur 0,19 % ist er einer der günstigsten seiner Klasse. Er enthält Energie (ca. 30 %), Metalle (ca. 40 %) und Agrarprodukte (ca. 30 %), wobei die genauen Gewichte regelmäßig angepasst werden (Quelle: Invesco, Mai 2026).

Erfahrungsgemäß entscheiden sich Anleger, die bereits einen Aktien-ETF-Sparplan laufen haben, für eine Beimischung von 10 bis 20 Prozent Rohstoffe. Das verbessert die Diversifikation, weil Rohstoffe häufig wenig mit Aktienmärkten korrelieren — besonders in Inflationsphasen.

Rohstoff-ETF-Sparplan beim Broker einrichten: Das musst du beachten

Nicht jeder ETF ist bei jedem Broker sparplanfähig. Das ist der entscheidende praktische Filter — denn der günstigste ETF nützt nichts, wenn dein Broker ihn nicht als Sparplan anbietet.

Trade Republic und Scalable Capital haben ihr Sparplan-Angebot für Rohstoff-ETFs und -ETCs seit 2025 deutlich ausgebaut. Nach Daten von Brokervergleich.de (Mai 2026) bieten beide Plattformen inzwischen über 60 Rohstoff-ETFs und ETCs als Sparplan an, bei Ausführungsgebühren von null bis maximal 0,99 Euro pro Ausführung. Flatex hingegen berechnet pauschal 0,90 Euro pro Sparplanausführung, bietet aber eine der breitesten Rohstoff-Auswahlen im deutschen Markt.

Wer einen Sparplan auf Xetra-Gold anlegen möchte, sollte beachten: Xetra-Gold-Anteile gelten steuerlich als Wertpapiere, deren Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei sein können — ein Vorteil gegenüber synthetischen Rohstoff-ETFs, bei denen Gewinne grundsätzlich mit der Abgeltungssteuer von 25 % (plus Solidaritätszuschlag) versteuert werden. Diese Einschätzung basiert auf den aktuell verfügbaren Marktdaten und der herrschenden Rechtslage in Deutschland (Stand: Mai 2026). Im Zweifel lohnt sich ein Blick in die aktuellen BaFin-Veröffentlichungen oder eine steuerliche Beratung.

Beispielrechnung: Was bringt ein Rohstoff-ETF-Sparplan über 10 Jahre?

Ein konkretes Szenario: Ein Anleger startet im Mai 2026 einen monatlichen Sparplan über 100 Euro auf den Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF. Er geht von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 4 % aus — ein konservativer Wert, der Rollverluste und Verwaltungskosten bereits berücksichtigt.

  • Eingezahltes Kapital nach 10 Jahren: 12.000 Euro
  • Depotwert bei 4 % p. a. (Zinseszins): ca. 14.720 Euro
  • Gewinn vor Steuern: ca. 2.720 Euro

Zum Vergleich: Wer im gleichen Zeitraum auf einen reinen Gold-ETC-Sparplan gesetzt hätte, profitierte in den vergangenen Jahren stärker von Preissteigerungen. Laut World Gold Council (Q1 2026) legte der Goldpreis von Anfang 2024 bis Mai 2026 um rund 38 % zu — von ca. 1.920 USD (ca. 1.760 Euro) auf über 2.650 USD (ca. 2.430 Euro) pro Unze. Rohstoffe unterliegen aber starken Kursschwankungen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Fazit: Rohstoff-ETF-Sparplan lohnt sich — mit der richtigen Auswahl

Ein Rohstoff-ETF-Sparplan ist für langfristig orientierte Anleger eine sinnvolle Ergänzung zum Aktienportfolio. Der Invesco Bloomberg Commodity ETF ist die erste Wahl für einen diversifizierten Einstieg. Wer gezielt auf Edelmetalle setzen will, kombiniert ihn mit Xetra-Gold. Den passenden Broker findest du über die Sparplanverfügbarkeit und die Ausführungskosten — Trade Republic und Scalable Capital sind aktuell die günstigsten Optionen im deutschen Markt (Stand: Mai 2026). Rohstoff-Investments sind keine risikofreie Anlage: Preisschwankungen, Rollverluste und Währungseffekte können die Rendite belasten. Setze Rohstoffe deshalb als Beimischung ein, nicht als alleinige Sparstrategie.

Häufige Fragen

Welcher Rohstoff-ETF ist für einen Sparplan am besten geeignet?

Der Invesco Bloomberg Commodity UCITS ETF (TER: 0,19 %) gilt als beste Wahl für einen breit diversifizierten Rohstoff-Sparplan. Für reines Gold eignet sich Xetra-Gold als physisch hinterlegter ETC.

Bei welchem Broker kann ich einen Rohstoff-ETF-Sparplan anlegen?

Trade Republic, Scalable Capital, Flatex und ING bieten Rohstoff-ETF-Sparpläne an. Trade Republic und Scalable sind mit 0 bis 0,99 Euro Ausführungsgebühr am günstigsten (Stand: Mai 2026).

Was ist der Rollverlust bei Rohstoff-ETFs?

Rollverlust entsteht, wenn auslaufende Futures-Kontrakte durch teurere neue ersetzt werden (Contango). Dieser Effekt kann die Jahresrendite um 2 bis 5 Prozent mindern.

Sind Gewinne aus einem Rohstoff-ETF-Sparplan steuerpflichtig?

Ja, Gewinne aus synthetischen Rohstoff-ETFs unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % plus Soli). Gewinne aus Xetra-Gold können nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sein.

Wie viel sollte ich monatlich in einen Rohstoff-ETF-Sparplan investieren?

Experten empfehlen Rohstoffe als Beimischung von 10 bis 20 Prozent des Gesamtportfolios. Bei einem Gesamt-Sparplan von 200 Euro wären das 20 bis 40 Euro monatlich für Rohstoffe.

Gibt es Rohstoff-ETFs ohne Rollverluste?

Physisch hinterlegte Edelmetall-ETCs wie Xetra-Gold oder WisdomTree Physical Silver haben keine Rollverluste, weil das Metall tatsächlich eingelagert wird. Bei Energie- oder Agrar-ETFs ist Rollvermeidung kaum möglich.

Die Redaktion von rohstoff-geldanlagen.de berichtet seit 2019 über Edelmetalle, Rohstoff-ETFs und alternative Anlagestrategien. Unser Fokus liegt auf verständlichen Analysen für Privatanleger im deutschsprachigen Raum. Wir beschäftigen uns mit den Themen Edelmetalle, Rohstoffinvestitionen und Vermögensschutz. Alle Informationen werden regelmäßig aktualisiert.
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