Rohstofffonds 2026: Aktive Fonds im Vergleich zu ETF und ETC

Ein Rohstofffonds ist ein Investmentfonds, der gezielt in Unternehmen oder Finanzinstrumente aus dem Rohstoffsektor investiert, von Bergbaukonzernen über Ölproduzenten bis zu Edelmetallminengesellschaften. Die meisten Rohstofffonds werden aktiv verwaltet: Ein Fondsmanager wählt Einzeltitel aus und passt das Portfolio an Marktlagen an. Es gibt aber auch indexgebundene Rohstofffonds. Aktive Steuerung schlägt sich oft in höheren Kosten nieder. Die laufenden Kosten unterscheiden sich stark nach Fonds und Anteilklasse: Bei den Beispielfonds unten liegen die Verwaltungs- bzw. laufenden Kosten ohne Transaktionskosten zwischen 0,61 % und 1,81 % pro Jahr. Die Vergleichstabelle von finanzpartner.de nennt laufende Kosten von 0,61 % bis 2,46 % (Stand: Oktober 2026). Passive Rohstoff-ETFs sind häufig günstiger, je nach Produkt aber nicht immer. Der mögliche Vorteil eines aktiven Fonds: Erfahrene Manager können in Boomphasen Überrenditen erzielen. Garantiert ist das nicht.

Ob ein Rohstofffonds zu dir passt, hängt von deinem Risikoprofil, deinem Anlagehorizont und deinem Ziel ab. Dieser Artikel grenzt Rohstofffonds, Rohstoff-ETFs und ETCs voneinander ab, zeigt fünf Beispielfonds mit belegten Kosten (keine Rangliste, keine Empfehlung) und erklärt den Kauf Schritt für Schritt. Suchst du passive Produkte? Dann findest du sie in der Rohstoff-ETF-Liste. Einen Gesamtüberblick bietet der Beitrag Rohstoff-ETFs und Fonds.

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Rohstofffonds, Rohstoff-ETF oder ETC: Was ist der Unterschied?

„Rohstofffonds“ ist ein Oberbegriff. Er sagt nichts darüber, ob ein Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird. Eine sachgerechte Gegenüberstellung lautet deshalb: aktiv verwalteter Rohstofffonds gegen passiven Rohstoff-ETF. Das Verständnis dieser Unterschiede ist wichtig, bevor du eine Anlageentscheidung triffst.

Ein aktiv verwalteter Rohstofffonds hat einen Fondsmanager, der laufend entscheidet: Welche Minenwerte kaufen? Welche Öltitel verkaufen? Wie stark Gold gewichten? Diese aktive Steuerung schlägt sich oft in höheren Kosten nieder. Der Ausgabeaufschlag, die einmalige Gebühr beim Kauf, unterscheidet sich je nach Fonds. Bei den Beispielfonds unten liegt der maximale Ausgabeaufschlag zwischen 2,00 % (Ofi Invest Precious Metals R) und 7,00 % (Amundi Aktien Rohstoffe A). Beim Allianz Rohstofffonds A (DE0008475096) liegt er laut finanzen.net (Stand: April 2026) bei 5,00 %. Über Fondsvermittler wie fondssupermarkt.de oder fondsclever.de erhältst du den Aufschlag oft mit 100 % Rabatt.

Ein Rohstoff-ETF bildet dagegen passiv einen Index nach, zum Beispiel den Bloomberg Commodity Index oder den MSCI World Materials. Es gibt kein aktives Management und keine Stockpicking-Entscheidungen, dafür oft niedrigere Kosten. Spezialisierung ist dabei kein Alleinstellungsmerkmal aktiver Fonds: Es gibt auch passive ETFs auf einzelne Segmente, etwa auf Goldminenunternehmen oder seltene Erden.

Wichtiger als die Frage „aktiv oder passiv“ ist zunächst: Was kaufst du eigentlich? Rohstoffaktienfonds investieren in Unternehmen und tragen damit auch Unternehmens- und Aktienmarktrisiken. Rohstoffpreisorientierte Fonds bilden dagegen zum Beispiel Terminkontrakte über Derivate ab. Ihre Wertentwicklung entspricht nicht zwingend der Veränderung der Kassapreise: Beim Austausch auslaufender Futures können Rollgewinne oder Rollverluste entstehen. Der MSCI World Materials ist ein Aktienindex, der Bloomberg Commodity Index bildet Rohstoffkontrakte ab. Beide sind also nicht dasselbe.

Ein ETC (Exchange Traded Commodity) ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung auf einen Rohstoff oder Rohstoffkorb, kein Investmentfonds. Anders als bei Fonds ist das Anlagekapital kein Sondervermögen. Deshalb besteht grundsätzlich ein Emittentenrisiko. Eine Besicherung kann dieses Risiko reduzieren, beseitigt es aber nicht automatisch.

Steuerlich zählt das: ETCs ohne Auslieferungsanspruch werden wie Wertpapiere behandelt. Für bestimmte Goldschuldverschreibungen wie Xetra-Gold gilt eine Ausnahme: Unter den vom BFH geprüften Produktbedingungen fallen Verkaufsgewinne nicht unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen (Urteil vom 12. Mai 2015, VIII R 35/14). Im Privatvermögen gilt dann wie bei physischem Gold: Ein Verkauf nach mehr als einem Jahr ist steuerfrei. Bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres greift § 23 EStG, wobei ein Gesamtgewinn unter 1.000 Euro im Kalenderjahr steuerfrei bleibt (Freigrenze). Ein Lieferanspruch oder eine physische Besicherung allein rechtfertigt diese Einordnung nicht für jedes Produkt.

Der wichtigste Unterschied zwischen aktivem Rohstofffonds und passivem Rohstoff-ETF auf einen Blick:

MerkmalRohstofffonds (aktiv)Rohstoff-ETF (passiv)
ManagementAktiver FondsmanagerRegelbasierter Index
TER (laufende Kosten)Je nach Fonds und Anteilklasse; bei den Beispielfonds unten 0,61 % bis 1,81 % p.a. (ohne Transaktionskosten)Produktabhängig; z. B. 0,19 % beim iShares Diversified Commodity Swap UCITS ETF und 0,59 % beim VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF. Transaktions- und Handelskosten kommen gegebenenfalls hinzu.
AusgabeaufschlagFonds- und vertriebsabhängig; bei den Beispielfonds bis zu 7 % (oft rabattierbar)Keiner (Börsenhandel)
TransparenzUmfang und Häufigkeit der Bestandsveröffentlichung in den Anbieterunterlagen prüfen; ein Monatsfactsheet zeigt nicht zwingend alle PositionenEbenfalls anbieter- und aufsichtsabhängig. Die luxemburgische Aufsicht CSSF verlangt in ihrer Verwaltungspraxis mindestens quartalsweise vollständige Bestandsveröffentlichungen mit höchstens 30 Geschäftstagen Verzögerung (Klarstellung vom 17.02.2026).
Spezialisierung möglichJa (z. B. nur Edelmetalle)Ja (z. B. nur Gold- und Silberminenunternehmen)
Überrendite möglichJa, aber nicht garantiertKeine aktive Überrenditestrategie; die Rendite kann durch Nachbildungsabweichungen und Wertpapierleihe vom Index abweichen

Kurz gesagt: Aktive Rohstofffonds kommen für Anleger in Frage, die aktives Management schätzen, auf bestimmte Rohstoffsegmente setzen wollen oder keinen Zugang zu ETFs haben (z. B. über bestimmte Banksparpläne).

Fünf Rohstofffonds als Beispiele

Die folgende Auswahl ist keine Rangliste und keine Empfehlung. Sie zeigt, wie unterschiedlich Rohstofffonds aufgebaut sind und was sie kosten. Die Auswahl enthält mit Ofi Invest Precious Metals auch einen synthetisch indexnachbildenden Fonds und ist daher keine reine Liste aktiv verwalteter Fonds. Kostenangaben laut Anbieterunterlagen und finanzen.net, Stand: Oktober 2026. Die Anbieter verwenden unterschiedliche Kostenbegriffe (TER, Verwaltungs- und Betriebskosten, laufende Kosten), daher sind die Werte nur bedingt direkt vergleichbar. Sie ändern sich, prüfe vor dem Kauf das aktuelle Factsheet.

FondsISIN / WKNKosten (Stand: Oktober 2026)Anlageschwerpunkt
HANSAwerte EUR (Klasse hedged A)DE000A1JDWK4TER rund 1,60 %; laufende Kosten inkl. 0,30 % Transaktionskosten 1,90 %Aktiv verwalteter Edelmetall-Mischfonds (Aktien und andere Wertpapiere mit Edelmetallbezug, Derivate möglich)
Allianz Rohstofffonds ADE0008475096TER 1,81 %; laufende Kosten inkl. Transaktionskosten 1,89 %; Ausgabeaufschlag 5,00 %Aktien aus Metalle und Bergbau, global
DWS Global Materials and Energy ND (früher DWS Global Natural Resources Equity)DE0008474123TER 1,71 % (DWS, Stand 30.09.2026); zusätzlich laut DWS-Kostenangabe nach MiFID II (Stand 20.04.2026) 0,245 % Transaktionskosten und 0,070 % erfolgsabhängige Vergütung, insgesamt 2,025 % p.a.Natürliche Ressourcen global
Ofi Invest Precious Metals RFR0011170182Verwaltungs- und sonstige Betriebskosten 1,52 % p.a. plus geschätzte Transaktionskosten 0,02 %; maximaler Ausgabeaufschlag 2,00 %Edelmetalle, synthetische Indexnachbildung
Amundi Aktien Rohstoffe ADE0009779884 / 977988Verwaltungs- und Betriebskosten 0,61 % p.a. plus geschätzte Transaktionskosten 0,01 %; maximale Einstiegskosten 7,00 %, tatsächlich abhängig vom VertriebswegRohstoffe Aktien global

Performance-Zahlen nennen wir hier bewusst nicht. Sie ändern sich ständig und sind nur mit Stichtag und Quelle aussagekräftig. Aktuelle Kennzahlen findest du bei der jeweiligen Fondsgesellschaft. Vergangene Performance garantiert keine zukünftigen Ergebnisse.

Der HANSAwerte EUR (DE000A1JDWK4) ist kein breit aufgestellter globaler Rohstofffonds. Er ist ein aktiv verwalteter Edelmetall-Mischfonds: Laut Verkaufsprospekt (Stand: 01.08.2025) legt er jeweils 25 bis 75 % in Aktien beziehungsweise aktienähnliche Wertpapiere und in andere Wertpapiere mit Edelmetallbezug an. Derivate sind ebenfalls möglich. Die EUR-Anteilklasse strebt eine weitgehende Absicherung gegenüber USD-Wechselkursschwankungen an.

Der Allianz Rohstofffonds A investiert in Aktien aus dem Bereich Metalle und Bergbau. Er wurde am 25.07.1983 aufgelegt und wird aktuell von David Finger und Shibo Wang verwaltet. Das Fondsvermögen liegt laut finanzen.net bei rund 752,65 Mio. EUR (Stand: 21.10.2026). Der Nettoinventarwert betrug 133,57 EUR (21.10.2026), der Stuttgarter Börsenkurs 127,88 EUR (22.10.2026). Beide Werte unterscheiden sich, weil es sich um unterschiedliche Kursarten handelt.

Der DWS Global Materials and Energy ND (ISIN DE0008474123, früher DWS Global Natural Resources Equity) ist breiter aufgestellt und investiert in Unternehmen aus dem gesamten Bereich natürlicher Ressourcen. Die 1,71 % TER enthalten keine Transaktionskosten und keine erfolgsabhängige Vergütung. Die DWS weist diese in ihrer MiFID-II-Kostenangabe gesondert aus, mit einem anderen Stichtag. Die beiden Angaben solltest du nicht vermischen.

Der Ofi Invest Precious Metals R (FR0011170182) bildet über Swaps einen Index aus Edelmetall- und Zinsfutures ab. Laut Basisinformationsblatt vom 23.09.2026 besteht der Index aus 35 % Gold, 20 % Silber, 20 % Platin, 5 % Palladium und 20 % Dreimonats-SOFR-Futures. Das angestrebte Exposure ist auf 125 % begrenzt. Der Fonds ist daher weder ein reines Goldinvestment noch eine physische Edelmetallanlage. Er zeigt außerdem, dass ein Rohstofffonds nicht zwingend aktiv verwaltet sein muss. Das Gesamtfondsvermögen beträgt laut Anbieter rund 1.871,48 Mio. EUR (Stand: 21.10.2026).

Risikoprofil, Diversifikation und typische Anlegergruppen

Rohstofffonds sind keine Anlage für konservative Sparer. Rohstoffpreise reagieren stark auf geopolitische Ereignisse, Währungsschwankungen und konjunkturelle Zyklen. Das spiegelt sich in der Volatilität wider.

Volatilität bezeichnet die annualisierte Standardabweichung historischer Renditen, keine maximale jährliche Schwankungsbreite. Als konkretes Risikobeispiel weist der Ofi Invest Precious Metals R zum 30.09.2026 über fünf Jahre eine annualisierte Volatilität von 24,66 % aus. Künftige Schwankungen können davon erheblich abweichen. Rohstofffonds können je nach Spezialisierung deutlich stärker schwanken, Edelmetallfonds in bestimmten Phasen ebenfalls. Einen verlässlichen oder garantierten Inflationsschutz bieten sie nicht. Die Wirkung hängt unter anderem vom Edelmetall, der Produktstruktur, dem Zeitraum und der Ursache der Inflation ab.

Diversifikationseffekt: Ob ein Rohstofffonds dein Depot diversifiziert, hängt wesentlich von seiner Struktur ab. Ein Rohstoffaktienfonds bleibt ein Aktieninvestment und kann gemeinsam mit dem übrigen Aktienmarkt fallen. Bei rohstoffpreisorientierten Fonds entstehen andere Renditetreiber. Prüfe deshalb die tatsächlichen Anlagen und deren historische Korrelation zu deinem Depot, statt den Diversifikationseffekt aus dem Fondsnamen abzuleiten. Ob ein Rohstoffanteil die Gesamtschwankung deines Depots tatsächlich senkt, hängt zudem von Zeitraum und Marktphase ab.

Anlagehorizont: Beachte die empfohlene Haltedauer im Basisinformationsblatt. Bei den vorgestellten Produkten nennt der Ofi Invest Precious Metals R fünf Jahre, der Amundi Aktien Rohstoffe A sechs Jahre. Das sind produktspezifische Orientierungshilfen, keine Garantie gegen Verluste nach Ablauf dieser Zeit.

Typische Anlegergruppen:

  • Inflationsschutz-Sucher: Wer sein Vermögen gegen Kaufkraftverlust absichern will, schaut oft auf Edelmetallfonds. Ein verlässlicher Schutz ist damit nicht garantiert.
  • Beimischer: Sie nutzen Rohstofffonds als kleinen Anteil im diversifizierten Depot. Welcher Anteil passt, hängt von deinem Risikoprofil ab.
  • Themenanleger: Wer auf Megatrends wie Energiewende oder Elektromobilität setzt, findet in spezialisierten Rohstofffonds (z. B. Lithium, Kupfer) passende Produkte.
  • Renditejäger: Wer auf Boom-Phasen spekuliert, etwa beim Goldpreis-Anstieg 2025/2026, setzt auf aktive Fonds und die Expertise des Managements. Das Risiko von Rückschlägen ist hoch.

Praxis-Szenario 1 – Der Beimischer: Maria, 42 Jahre, hat ein Depot von 50.000 EUR aus globalen Aktien-ETFs. Sie schichtet davon 5.000 EUR in einen Edelmetall-Rohstofffonds um. Damit beträgt dessen Anteil unmittelbar nach der Umschichtung 10 %, vor Berücksichtigung möglicher Kosten. Ob der Fonds in Schwächephasen des Aktienmarkts stabilisierend wirkt, hängt von seiner Struktur ab. Eine Garantie gibt es nicht, der Fonds kann ebenfalls fallen. Vergangene Performance garantiert keine zukünftigen Ergebnisse.

Schritt für Schritt: So kaufst du einen Rohstofffonds

Aktive Rohstofffonds kannst du über die Fondsgesellschaft, eine Fondsplattform oder bei börsennotierten Fonds auch über die Börse kaufen. Der Weg entscheidet über die Kosten. Hier sind die gängigen Wege.

Weg 1: Über einen Fondsvermittler

Fondsvermittler wie fondssupermarkt.de oder fondsclever.de bieten viele Rohstofffonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an, oft sogar ohne Aufschlag. Bei einem Aufschlag von 5 % auf den Anlagebetrag sparst du bei einem Gesamtzahlbetrag von 10.000 EUR rund 476 EUR (rund 4,76 %). Zahlst du 10.000 EUR Anlagebetrag zuzüglich Aufschlag, also 10.500 EUR, sind es 500 EUR.

  1. Über den Fondsvermittler ein Depot bei einer seiner Partnerbanken eröffnen; die verfügbaren Legitimationsverfahren (z. B. Video-Ident oder PostIdent) hängen von der Depotbank ab
  2. ISIN oder WKN des gewünschten Fonds eingeben
  3. Einmalbetrag oder Sparplan wählen
  4. Konditionen prüfen: Ausgabeaufschlag (möglichst 0 %), Depotgebühr, Sparplanmindestbetrag
  5. Order aufgeben. Bei Ausgabe und Rücknahme über die Fondsgesellschaft gelten Bewertungstage und Orderannahmeschluss, abgerechnet wird zum Nettoinventarwert (NAV). Börsennotierte Fonds kannst du zusätzlich während der Börsenzeiten zu Börsenkursen handeln.

Weg 2: Über einen Online-Broker

Viele Online-Broker (z. B. comdirect, ING, DKB) bieten Rohstofffonds ebenfalls an, oft mit reduziertem Ausgabeaufschlag. Sparplan-Optionen sind jedoch nicht bei allen Fonds verfügbar. Das solltest du vor der Depoteröffnung prüfen.

Weg 3: Direkt bei der Fondsgesellschaft

Das ist möglich, bedeutet aber oft den vollen Ausgabeaufschlag und keinen Preisvergleich. Prüfe die Konditionen der Gesellschaft vorab.

Praxis-Szenario 2 – Der Sparplan-Einsteiger: Thomas, 31 Jahre, möchte monatlich 100 EUR in Rohstoffe investieren. Er wählt als Beispiel einen Sparplan auf den Amundi Aktien Rohstoffe A (DE0009779884) über einen Fondsvermittler ohne Ausgabeaufschlag. Nach einem Jahr hat er 1.200 EUR eingezahlt. Wie sich der Depotwert entwickelt, hängt vom Verlauf der Rohstoffmärkte ab. Mit einem Sparplan investierst du regelmäßig feste Beträge und kaufst bei niedrigeren Kursen mehr Anteile. Das erleichtert den kontinuierlichen Vermögensaufbau, garantiert aber weder einen günstigen Durchschnittskurs noch eine höhere Rendite oder geringere Verluste.

Rohstofffonds oder Rohstoff-ETF: Was passt zu dir?

Diese Frage stellt sich fast jedem Anleger, der in Rohstoffe investieren will. Die Antwort hängt von deinem Ziel ab.

Ein aktiv verwalteter Rohstofffonds kann passen, wenn du:

  • auf spezialisierte Segmente setzen willst und kein passendes Produkt als ETF findest
  • aktives Management und Fondsmanager-Expertise schätzt
  • über Banksparpläne investierst, die keine ETFs anbieten
  • einen bestehenden Investmentfonds-Rahmenvertrag nutzen willst

Ein passiver Rohstoff-ETF kann passen, wenn du:

  • langfristig und kostengünstig in den Rohstoffmarkt investieren willst
  • Transparenz und tägliche Handelbarkeit an der Börse bevorzugst
  • Passiv-Investor bist und die Kosten möglichst niedrig halten willst
  • mit kleinen Beträgen flexibel bleiben willst

Passive Produkte findest du in der Rohstoff-ETF-Liste. Für kostenbewusste Anleger sprechen vor allem die oft niedrigeren laufenden Kosten für ETFs. Ein aktiver Rohstofffonds kann als Ergänzung in Frage kommen, wenn du dich bewusst für sein Segment oder sein Management entscheidest. Ob er seine Kosten wieder einspielt, ist nicht garantiert.

Kritisch zu sehen ist die Gebührenbelastung bei aktiven Rohstofffonds: Beispielsweise summieren sich 1,8 % TER pro Jahr plus potenzieller Ausgabeaufschlag über einen 20-jährigen Anlagezeitraum zu einem erheblichen Renditeabzug. Das Morningstar Active/Passive Barometer vergleicht aktive Fonds mit passiven Vergleichsfonds. Im europäischen Barometer zum ersten Halbjahr 2026 lag die Zehnjahres-Erfolgsquote aktiver Fonds in den untersuchten 39 Aktienfondskategorien bei 11,9 %. Erfolgreich bedeutet hier: Der Fonds bestand am Ende des Zeitraums noch und übertraf seine passive Vergleichsgruppe. Das ist keine gesonderte Erfolgsquote für Rohstofffonds.

Rohstofffonds im Depot: Gewichtung und Rebalancing

Wie viel Rohstofffonds ins Depot gehören, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt von deinem Risikoprofil, deinem Anlagehorizont und deinen übrigen Anlagen ab. Je größer der Anteil, desto stärker schlagen die zyklischen Kursschwankungen auf dein Gesamtdepot durch.

Rebalancing ist bei Rohstofffonds besonders wichtig. Weil Rohstoffpreise stark schwanken, kann ein ursprünglich mit 10 % gewichteter Rohstofffonds nach einem Boom schnell 20 % des Depots ausmachen. Dann kannst du Gewinne teilweise realisieren und das Depot wieder auf deine Zielgewichtung bringen. Prüfe, ob dein Anbieter ein automatisches Rebalancing anbietet.

Steuern bei Rohstofffonds

Gewinne aus Rohstofffonds unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro.

Steuerpflichtige Investmenterträge umfassen neben Verkaufsgewinnen auch Ausschüttungen und gegebenenfalls eine Vorabpauschale, also eine Besteuerung ohne Verkauf. Für deren Berechnung gilt 2026 ein Basiszins von 3,20 %. Der gesetzliche Basisertrag verwendet davon 70 %, also 2,24 % des Anteilswerts zu Jahresbeginn. Ausschüttungen und die Begrenzung auf die tatsächliche Wertentwicklung werden berücksichtigt. Die Vorabpauschale für 2026 gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen (BMF-Schreiben vom 13.01.2026). Sie ist kein pauschaler Steuerabzug von 2,24 %.

Seit der Investmentsteuerreform 2018 gilt außerdem die Teilfreistellung: Bei Aktienfonds beträgt sie für Privatanleger 30 %. Voraussetzung ist nach § 2 Abs. 6 InvStG grundsätzlich, dass der Fonds fortlaufend mehr als 50 % des Aktivvermögens gemäß Anlagebedingungen in Kapitalbeteiligungen anlegt. Bei Mischfonds mit mindestens 25 % Kapitalbeteiligungen gelten 15 %. Ob dein Rohstofffonds diese Schwellen erfüllt, hängt von seinen Anlagebedingungen ab. Du findest die Angabe im Verkaufsprospekt oder beim Fondsvermittler. Für ETCs ohne Auslieferungsanspruch gilt die Abgeltungsteuer wie bei Wertpapieren.

Fazit: Rohstofffonds als mögliche Depotbeimischung

Rohstofffonds ermöglichen es, gezielt in einen bewegungsreichen Marktbereich zu investieren. Rohstoffmärkte sind zyklisch und schwankungsintensiv, deshalb sind Rohstofffonds eher eine Beimischung als ein Depotkern.

Das spricht für Rohstofffonds: aktives Management bei spezialisierten Segmenten, je nach Struktur ein möglicher Diversifikationseffekt im Depot und Chancen in Boom-Phasen. Das spricht dagegen: oft höhere Kosten als bei ETFs, Fondsmanager-Risiko, zyklische Schwächen und kein garantierter Inflationsschutz. Achte beim Kauf auf einen möglichst niedrigen Ausgabeaufschlag, zum Beispiel über einen Fondsvermittler, und prüfe dein Depot regelmäßig.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Investitionen in Rohstoffe und Edelmetalle sind mit Verlustrisiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Bedarf einen zugelassenen Finanzberater. Stand: November 2026.

Häufige Fragen

Was ist die Mindestanlage bei Rohstofffonds?

Mindestbeträge hängen von Depotbank, Fonds und Vertriebsweg ab. FondsSuperMarkt bewirbt beispielsweise Einmalanlagen ab 10 EUR und Sparpläne ab 10 EUR monatlich (Stand: Oktober 2026). Prüfe zusätzlich die Verfügbarkeit und Mindestbeträge des konkret gewählten Rohstofffonds. Direkt bei der Fondsgesellschaft können höhere Mindestbeträge gelten. Bitte im Verkaufsprospekt prüfen.

Kann ich einen Rohstofffonds als Sparplan besparen?

Ja, viele Rohstofffonds sind sparplanfähig. Über Fondsvermittler wie fondssupermarkt.de sind Sparpläne je nach Fonds und Depotbank schon mit kleinen Monatsraten möglich, häufig ohne Ausgabeaufschlag. Nicht alle Fonds werden jedoch von jedem Anbieter als Sparplan angeboten.

Wie hoch ist der Ausgabeaufschlag bei Rohstofffonds?

Der Ausgabeaufschlag ist fondsabhängig. Bei den Beispielfonds liegt er bei maximal 2,00 % (Ofi Invest Precious Metals R), 5,00 % (Allianz Rohstofffonds A) und 7,00 % (Amundi Aktien Rohstoffe A). Über Fondsvermittler erhältst du den Aufschlag oft mit bis zu 100 % Rabatt, zahlst dann also keinen Ausgabeaufschlag. Bei einem Gesamtzahlbetrag von 10.000 EUR und 5 % Aufschlag auf den Anlagebetrag sparst du damit rund 476 EUR.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rohstofffonds und einem Rohstoff-ETF?

„Rohstofffonds“ ist ein Oberbegriff. Meist sind damit aktiv verwaltete Fonds gemeint, bei denen ein Manager Titel auswählt. Ein Rohstoff-ETF bildet dagegen passiv einen Index nach. Aktive Fonds haben oft höhere laufende Kosten, die Spanne ist aber groß (bei den Beispielfonds 0,61 % bis 1,81 % TER bzw. Verwaltungskosten). Dafür bieten sie die Möglichkeit aktiver Titelauswahl. Eine Spezialisierung auf bestimmte Rohstoffsegmente ist auch mit passiven ETFs möglich. Passive Produkte findest du in der Rohstoff-ETF-Liste.

Sind Rohstofffonds für Einsteiger geeignet?

Bedingt. Rohstofffonds schwanken stark und eignen sich eher als kleine Beimischung für Anleger, die Kursschwankungen aushalten und langfristig planen. Für den Einstieg sind breit gestreute Produkte wie Aktien-ETFs meist die einfachere Basis.

Wie werden Gewinne aus Rohstofffonds in Deutschland besteuert?

Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Zusätzlich kann eine Vorabpauschale anfallen. Bei Aktienfonds im Sinne des Investmentsteuergesetzes beträgt die Teilfreistellung für Privatanleger 30 %, bei Mischfonds mit mindestens 25 % Kapitalbeteiligungen 15 %. Welche Einstufung für deinen Fonds gilt, steht im Verkaufsprospekt oder beim Fondsvermittler.

Die Redaktion von rohstoff-geldanlagen.de berichtet seit 2019 über Edelmetalle, Rohstoff-ETFs und alternative Anlagestrategien. Unser Fokus liegt auf verständlichen Analysen für Privatanleger im deutschsprachigen Raum. Wir beschäftigen uns mit den Themen Edelmetalle, Rohstoffinvestitionen und Vermögensschutz. Alle Informationen werden regelmäßig aktualisiert.
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