Gold-ETC-Vergleich 2026: Die wichtigsten Gold-ETCs mit Kosten und Lieferanspruch

Ein Gold-ETC ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das den Goldpreis eins zu eins abbildet und dabei physisch durch echtes Gold hinterlegt ist. Die bekanntesten Produkte im deutschen Markt sind Xetra-Gold, Euwax Gold II und der iShares Physical Gold ETC. Xetra-Gold kostet jährlich 0,36 Prozent, Euwax Gold II erhebt dagegen keine laufenden Gebühren, beide gewähren einen Lieferanspruch auf physisches Gold. Wer vergleicht, sollte neben den Kosten auch die steuerliche Behandlung und den Ausgabeaufschlag beachten.

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Was ist ein Gold-ETC und wie unterscheidet er sich vom Gold-ETF?

Ein Gold-ETC ist ein Exchange Traded Commodity, also ein an der Börse handelbares Schuldverschreibungspapier, das durch physisches Gold besichert ist. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Investmentfonds-ETF: Gold-ETCs sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen, keine Sondervermögen. Das bedeutet, im theoretischen Insolvenzfall des Emittenten haftet das hinterlegte Gold als Sicherheit.

Gold-ETFs im klassischen Sinne existieren in Deutschland kaum, weil die EU-Fondsrichtlinie UCITS eine ausreichende Diversifikation im Fondsvermögen vorschreibt. Ein Fonds, der ausschließlich Gold hält, erfüllt diese Anforderung nicht. Deshalb werden Goldprodukte an der Börse fast ausschließlich als ETCs strukturiert. Wer in Deutschland von einem „Gold-ETF“ spricht, meint in der Regel einen Gold-ETC.

Gold-ETC-Vergleich 2026: Die wichtigsten Produkte im Überblick

Der Markt für physisch besicherte Gold-ETCs ist überschaubar, aber die Unterschiede bei Kosten und Ausstattung sind relevant. Hier sind die wichtigsten Produkte, die im deutschen Markt über gängige Broker handelbar sind:

Produkt Emittent Jährl. Kosten (TER) Lieferanspruch Handelsplatz
Xetra-Gold Deutsche Börse Commodities 0,36 % Ja (ab 1 g) Xetra, Regionalbörsen
Euwax Gold II BNP Paribas (Boerse Stuttgart) 0,12 % Ja (ab 1 g) Boerse Stuttgart
iShares Physical Gold ETC BlackRock 0,12 % Nein Xetra, Regionalbörsen
Invesco Physical Gold ETC Invesco 0,12 % Nein Xetra, Regionalbörsen
WisdomTree Physical Gold WisdomTree 0,39 % Ja (ab 1 Unze) Xetra, Regionalbörsen

In der Praxis zeigt sich: Die günstigsten ETCs haben keine Lieferansprüche. Wer also physisches Gold tatsächlich in die Hand nehmen will, zahlt für dieses Privileg deutlich mehr oder akzeptiert eine Mindestmenge von einer Unze beim WisdomTree-Produkt.

Gold-ETC-Kosten genau verstehen: TER ist nicht alles

Die Gesamtkostenquote (TER, Total Expense Ratio) ist der wichtigste, aber nicht der einzige Kostenfaktor. Beim Kauf und Verkauf entstehen immer auch Transaktionskosten, die von deinem Broker und dem Handelsplatz abhängen. Dazu kommt der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis des ETCs an der Börse.

Beim Euwax Gold II fällt kein Ausgabeaufschlag an, wenn du direkt über die Börse Stuttgart handelst. Xetra-Gold ist auf Xetra sehr liquide, was enge Spreads begünstigt. WisdomTree Physical Gold hat zwar einen Lieferanspruch, aber mit 0,39 Prozent TER die höchsten laufenden Kosten im Vergleich. Bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren machen selbst kleine Kostenunterschiede im Prozentbereich einen spürbaren Unterschied beim Endvermögen.

Ein konkretes Rechenbeispiel: Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro und einer angenommenen jährlichen Goldpreisentwicklung von 4 Prozent liegt der Unterschied zwischen 0,12 Prozent und 0,39 Prozent TER nach zehn Jahren bei rund 320 Euro Mehrertrag beim günstigeren Produkt. Das ist keine Kleinigkeit.

Lieferanspruch beim Gold-ETC: Wann lohnt er sich wirklich?

Der Lieferanspruch erlaubt es dir, das im ETC hinterlegte Gold physisch auszuliefern zu lassen. Bei Xetra-Gold geht das theoretisch schon ab einem Gramm, in der Praxis entstehen aber Lieferkosten und Mindestgebühren, die eine kleine Auslieferung unwirtschaftlich machen. Erfahrungsgemäß rechnet sich eine Auslieferung erst ab etwa 50 Gramm aufwärts, wenn die Fixkosten der Lieferung ins Verhältnis zur Goldmenge passen.

Wer niemals vorhat, sein Gold physisch zu erhalten, braucht den Lieferanspruch nicht. In diesem Fall sind iShares Physical Gold ETC oder Invesco Physical Gold ETC mit je 0,12 Prozent TER die kosteneffizienteste Wahl. Beide sind vollständig durch physisches Gold in Tresoren besichert, auch ohne Auslieferungsoption.

Ein typisches Praxis-Szenario: Ein Anleger möchte fünf Prozent seines Depots als Goldposition halten, plant keine physische Entnahme und setzt einen Sparplan über seinen Onlinebroker auf. Hier greift er zum iShares Physical Gold ETC, weil er damit die niedrigsten laufenden Kosten hat und das Produkt über die meisten deutschen Broker besparen kann. Wer dagegen Gold als Krisenvorsorge versteht und die Möglichkeit offenhalten will, das Gold im Ernstfall abzuholen, wählt Xetra-Gold oder Euwax Gold II.

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Xetra-Gold und seine Alternativen: Was spricht wofür?

Xetra-Gold ist das bekannteste Gold-ETC-Produkt in Deutschland und profitiert von hoher Bekanntheit, großer Liquidität und dem Vertrauen in den Emittenten Deutsche Börse Commodities GmbH. Die Kosten von 0,36 Prozent jährlich liegen jedoch deutlich über dem, was Alternativen verlangen.

Euwax Gold II von der Boerse Stuttgart Commodities GmbH ist die kostengünstigste Variante mit Lieferanspruch. Das Produkt ist unter anderem an der Börse Stuttgart und bei Tradegate handelbar, was bedeutet, dass nicht jeder Broker dieses Produkt problemlos besparen kann. Über Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital ist Euwax Gold II in der Regel handelbar, aber prüfe das vor dem Kauf kurz in der App.

Der iShares Physical Gold ETC von BlackRock ist international eines der größten Goldprodukte. Das verwaltete Vermögen übersteigt zwölf Milliarden Euro, was für sehr enge Spreads und hohe Handelssicherheit spricht. Kein Lieferanspruch, dafür minimale laufende Kosten.

WisdomTree Physical Gold bietet Privatanlegern keinen Anspruch auf physische Auslieferung des hinterlegten Goldes. Das Gold liegt in Tresoren in London, was manche Anleger aus Diversifikationsgründen bevorzugen.

Steuerliche Behandlung von Gold-ETCs in Deutschland

Die Besteuerung von Gold-ETCs ist ein häufig unterschätzter Vergleichsfaktor. Grundsätzlich unterliegen Gewinne aus Gold-ETCs in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Das gilt für die meisten Produkte ohne Lieferanspruch.

Für Xetra-Gold und Euwax Gold II gilt laut einem Bundesfinanzhof-Urteil aus dem Jahr 2015 eine Besonderheit: Gewinne aus der Veräußerung sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei, da es sich um eine Forderung auf physisches Gold handelt, die wie das direkte Halten von Gold behandelt wird. Dieses Steuerprivileg gilt ausdrücklich nicht für Gold-ETCs ohne Lieferanspruch wie den iShares oder Invesco Physical Gold ETC.

Wer einen langen Anlagehorizont von mehr als einem Jahr hat, kann mit Xetra-Gold oder Euwax Gold II trotz der etwas höheren TER unter dem Strich besser abschneiden, wenn der steuerfreie Gewinn den Kostennachteil überwiegt. Das hängt vom individuellen Steuersatz und der Depotstruktur ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es hier nicht. Wende dich für konkrete steuerliche Fragen an einen Steuerberater.

Worauf du beim Kauf eines Gold-ETCs achten solltest

Bewährt hat sich folgendes Vorgehen vor dem Kauf: Prüfe zuerst, ob dein Broker das gewünschte Produkt anbietet und zu welchen Konditionen. Manche Neobroker listen nicht alle Gold-ETCs oder erheben für bestimmte Handelsplätze Aufschläge.

Schau außerdem auf das verwaltete Vermögen des ETCs. Produkte mit sehr geringem Fondsvolumen unter 100 Millionen Euro tragen das Risiko der Schließung. Beim iShares Physical Gold ETC und Xetra-Gold ist das kein Thema. Bei kleineren Produkten lohnt ein kurzer Blick auf die Produktseite des Emittenten.

Schließlich: Starte nicht mit einem Einmalbetrag, wenn du dir über deine Strategie noch unsicher bist. Ein monatlicher Sparplan ab 25 Euro gibt dir Zeit, das Produkt kennenzulernen, ohne zu viel auf einmal zu riskieren. In der Praxis bauen viele Anleger ihre Goldposition schrittweise auf, zum Beispiel mit fünf bis zehn Prozent des monatlichen Sparbetrags.

Fazit: Welcher Gold-ETC passt zu dir?

Den einen besten Gold-ETC gibt es nicht. Die Wahl hängt von drei Faktoren ab: den laufenden Kosten, dem Wunsch nach einem Lieferanspruch und der steuerlichen Situation.

Willst du möglichst günstig in Gold investieren und brauchst keine physische Auslieferung, greifst du zum iShares Physical Gold ETC oder Invesco Physical Gold ETC mit je 0,12 Prozent TER. Willst du die Option auf physisches Gold behalten und hältst das Produkt länger als ein Jahr, ist Euwax Gold II die kostengünstigste Variante mit Steuerprivileg. Xetra-Gold ist die bekannteste Wahl für Anleger, die Wert auf hohe Liquidität und Bekanntheit des Emittenten legen. WisdomTree Physical Gold ergänzt das Spektrum für alle, die außerbörsliche Lagerung bevorzugen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Gold-ETC und einem Gold-ETF?

Gold-ETCs sind Schuldverschreibungen, keine Sondervermögen wie ETFs. In Deutschland gibt es kaum echte Gold-ETFs, weil die UCITS-Richtlinie Diversifikation vorschreibt. Physisch besicherte Gold-ETCs sind das gängige Anlageprodukt.

Welcher Gold-ETC hat die niedrigsten Kosten?

Euwax Gold II, iShares Physical Gold ETC und Invesco Physical Gold ETC kosten je 0,12 Prozent TER jährlich. Xetra-Gold liegt bei 0,36 Prozent, WisdomTree Physical Gold bei 0,39 Prozent.

Sind Gewinne aus Gold-ETCs steuerfrei?

Bei Xetra-Gold und Euwax Gold II sind Gewinne nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Für Gold-ETCs ohne Lieferanspruch gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Für individuelle Steuerberatung wende dich an einen Steuerberater.

Was bedeutet Lieferanspruch bei einem Gold-ETC?

Ein Lieferanspruch erlaubt es, das hinterlegte Gold physisch ausliefern zu lassen. Bei Xetra-Gold geht das ab 1 Gramm, bei WisdomTree ab 1 Unze. Lieferkosten und Mindestgebühren machen kleine Mengen oft unwirtschaftlich.

Ist Xetra-Gold sicher?

Xetra-Gold ist durch physisch bei Clearstream Europe verwahrtes Gold und ergänzende Goldlieferansprüche gegen Umicore gedeckt. Der Emittent ist die Deutsche Börse Commodities GmbH. Anleger haben jedoch kein Eigentums- oder Sicherungsrecht am hinterlegten Gold und tragen ein Emittentenrisiko.

Kann ich einen Sparplan auf einen Gold-ETC einrichten?

Ja. Viele Onlinebroker und Neobroker bieten Sparpläne auf Xetra-Gold, iShares Physical Gold ETC und Euwax Gold II an. Die Mindestraten starten häufig bei 25 Euro monatlich.

Die Redaktion von rohstoff-geldanlagen.de berichtet seit 2019 über Edelmetalle, Rohstoff-ETFs und alternative Anlagestrategien. Unser Fokus liegt auf verständlichen Analysen für Privatanleger im deutschsprachigen Raum. Wir beschäftigen uns mit den Themen Edelmetalle, Rohstoffinvestitionen und Vermögensschutz. Alle Informationen werden regelmäßig aktualisiert.
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